Vorbereitungen
Flüchtlinge kochen für die Gäste
Ein erster Rundgang durch die Ausstellung
Christina Krüsi erklärt ihre Werke
Essen fassen – der gemütliche Teil

Es war heiss, es war schön. Trotzdem fanden sich über 200 interessierte Personen zur Vernissage an der Bahnstrasse 3 in Lotzwil ein.
Sie brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen, denn die Ausstellung und die dazugehörige Vernissage erwiesen sich als sehr spannend. Da waren zum Einen die Erläuterungen des Publizisten und Religionsexperten Hugo Stamm. An Hand des frisch erschienenen Kunstbuches „Das Tagebuch der Christina Krüsi“ zeichnete er in sehr persönlicher Art und Weise die Entwicklung von Christina Krüsi nach.
Mindestens ebenso eindrücklich waren die Ausführungen der Künstlerin selber. Sie zeigte anhand von drei Bildern die Symbolik in ihrem Werk auf. „Die Kunst hat mich gerettet“ Christina Krüsi war als Missionarstochter Opfer von jahrelangem sexuellem Missbrauch. Anhand ihrer Bilder erzählte sie, wie sie es geschafft hat, aus dieser Hölle herauszukommen. Die Künstlerin erwies sich als witzig, charmant und lebensbejahend. Die Ausstellung selber lohnte aber bereits den Besuch: spannende Werke aus verschiedensten Schaffensperioden, nachdenklich machende Installationen, insbesondere im verzweigten Eingangsbereich.
Direkt am Eingang schon liess Christina Krüsi die Gäste über eines Ihrer Ölgemälde laufen. „Das Schweigen der Kinder“ – ein kleines Mädchen, das mit einer Schlange spielt. „So fühlt es sich an, wenn ein Kind reden will und nicht gehört wird – die Erwachsenen „trampeln“ auf dem höchst gefährdeten Kind herum. Christina Krüsi will zum Nachdenken anregen, dennoch zeigt sie mit ihrer Kunst auch das Schöne im Leben, das Verspielte und lässt den Besucher mit einem Augenzwinkern in ihrer Farbenpracht versinken.
Rolf Frischherz freute sich als Präsident des Vereins Kunstkreis49 über das grosse Interesse trotz ungünstigen Vernissage-Wetters. „Viel mehr Leute wären nicht hineingegangen“, sagte er schmunzelnd. Er rechnet damit, dass etliche Besucher während der regulären Öffnungszeiten die Ausstellung besuchen werden. Regierungsrat Hansjürg Käser, der seine angekündigte Eröffnungsrede kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen absagen musste, wird ebenfalls erwartet.
Rolf Frischherz machte in diesem Zusammenhang auch auf die Möglichkeit aufmerksam, einen Abend mit der Künstlerin verbringen zu können. Frau Krüsi wird die Gäste in einer persönlichen Führung durch die Ausstellung führen, und beim gemeinsamen Abendessen mit den Teilnehmern in ihrer Herzlichkeit offen auf die Fragen eingehen. Vier Abende sind bereits ausgebucht. Am 16.9. und 22.9. sind noch einige Plätze frei. Bei weiterer Nachfrage werden zusätzliche Abende angeboten.
Anfragen oder Anmeldungen bitte an info(at)kunstkreis49.ch
18.09.2016 Schweiz am Sonntag
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