Vernissage
Sonntag, 04. März 2018
um 11h im Kunstkreis49
BAHNstrasse 3 in Lotzwil
Finissage mit Abendessen
Freitag, 23. März 2018 um 19h
Um Anmeldung über Facebook oder Email wird gebeten: info(at)kunstkreis49.ch
Öffnungszeiten
Do / Fr 17 – 20h
Sa 10 – 15h
So 11 – 15h
Alberto Gemperle
Das Pendant zum Kunstkreis49: In Münchringen bei Jegenstorf ist ebenfalls eine Gewerbeliegenschaft umgenutzt worden und präsentiert sich als kleines Kunstzentrum. Dort – mitten im Dorf – ist Alberto Gemperle eingemietet und arbeitet an seinen Werken. Das kann er seit einigen Jahren, konkret seit seiner Frühpensionierung, in vollen Zügen. Dazu ist sein neuer «Arbeitsweg» kurz. Mit dem Velo ist er schnell von Schönbühl in Münchringen und das erst noch beschaulich über Land. In ländlicher Umgebung in seinen Räumen vergisst er sich ab und zu, wenn er konzentriert an neuen Bildern arbeitet. Sein Atelier ist sauber, aufgeräumt und praktisch eingerichtet. Damit widerspricht er einem Klischee, welches Künstler so anhaftet, nämlich das kreative Chaos im Atelier. Tageslicht schafft ein angenehmes Klima, so dass man sich bei Alberto Gemperle schnell wohl fühlt. Hier in diesem Umfeld ist er zu Hause.
Seit seiner Pensionierung ist auch die Doppelbelastung Kunst und Beruf weggefallen. Die beiden Bereiche haben auf den ersten Blick vieles gemeinsam, im Fall Gemperle aber nicht. Höchstens, dass der Beruf manchmal so viel Energie und Zeit frass, dass er kaum mehr zum Malen kam. Aufgewachsen ist der gebürtige Solothurner in St. Gallen. Nach Abschluss der Kunstgewerbeschule und seiner Lehre als Fotolitograph absolvierte er am Sawi in Biel seine Werbefachausbildung, die er als Leiter Marketing Kommunikation beendete. Migros Bern, PTT, Swisscom, Migros Aare und das Bundesamt für Gesundheit BAG, das waren so einige der Stationen. Das Corporate Identity (CI) für die neue Swisscom und die Antiraucherkampagne des BAG waren zwei der besonders erwähnenswerten Aufgaben.
Weil er sein Arbeitspensum nicht zulasten der Kunst reduzieren konnte, liess er sich schliesslich frühpensionieren. Sein Beruf hatte sehr wohl Vorteile. «Ich habe dank dem Beruf ein geschultes Auge, weil ich Arbeiten von Kreativen beurteilen durfte», sagt Gemperle. Es gibt indes noch ein weiteres Zusammenspiel: Er weiss um die Bedeutung der Vermarktung. Auf Facebook ist er präsent, eine Homepage hat er auch und er stellt regelmässig aus. Viele Interessierte schauen sich die Bilder digital an, aber sie wollen es dann auch in Ausstellungen oder in seinem Atelier wissen, wie sie real auf sie wirken. So oder so: Er mag es entweder im Internet oder bei Ausstellungen immer wieder neue Leute kennen zu lernen.
Künstlerisch ging der 60jährige Ostschweizer einen anderen, wenn doch auch stetigen Weg. In der Kindheit zeichnete er lieber, als dass er mit Freunden spielte, und sein erstes Ölbild malte er mit 16 Jahren. Öl blieb lange sein Genre, aber es wäre nicht Gemperle, wenn er nicht immer auf der Suche geblieben wäre. So hat er vor noch nicht langer Zeit eine neue Technik erprobt, nämlich das Malen mit Acryl. «Acryl ist überraschend positiv», so seine Erkenntnis. Was nach seinem Wechsel geblieben ist, sind seine unverwechselbaren Farben und Themen. Es sind einerseits Orte, so beispielsweise Huttwil, Langenthal, Thun, Murten oder Burgdorf, die er an der nächsten Ausstellung im Kunstkreis49 zeigen wird. Es sind Interpretationen von Fotographien. Andererseits befasst er sich mit Portraits, die zwar recht farbig daher kommen, die Personen bleiben aber erkennbar. Sein Stil nennt sich Spontanrealismus, welcher vom österreichischen Maler Voka begründet wurde. Bei Gemperle sieht es so aus, dass er mit Farben in mehreren Schichten grundiert, das reale Sujet mit Kohle vorzeichnet und es mit Farben malt. «Das Schwierige ist, wann ein Bild fertig ist», erzählt er.
Alberto Gemperle arbeitet trotz seiner Liebe zur Kunst nicht nur in seinem Atelier, sondern geniesst auch die Freiheit des Rentnerdaseins. Er lebt mit seiner Partnerin, hat zwei Kindern und drei Enkelbuben. Dazu mag er Skifahren, Wandern und spielt Gitarre. Ein ausgefülltes Leben also und das sieht man auch in seinen Bildern. Sie sind spontan, farbenfroh und positiv.
Mehr dazu auf der Website des Künstlers
Mit freundicher Unterstützung von:
DDC Langenthal; Gentränkehuus Langenthal; Bar 55, Pia Gerqina; Christian Hadorn, Unternehmer und Grossrat, Ochlenberg; Christine Röthlisberger, ehemalige Gemeindepräsidentin Thunstetten-Bützberg

